Deutschland, Reiseberichte
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Advent auf dem Rhein

Die Vorweihnachtszeit ist immer stressig. Man kann noch so früh mit der Planung anfangen, die Zeit ist immer knapp. Kein Advent ohne Hektik, die viel beschworene „ruhige und besinnliche“ Adventszeit ist ein Märchen. Was liegt da näher, als ein paar Gänge runterzuschalten und eine kleine Auszeit zu nehmen? Kräfte sammeln für das große Finale zu Weihnachten und den Jahreswechsel. Entschleunigen nicht erst nach den vielen Feier- und Festtagen, sondern schon vorher. Gesagt, getan – wir wollen ein paar Tage im Advent auf dem Rhein verbringen.

Auf dem Weg nach Köln

Kurz entschlossen buchen wir eine Minikreuzfahrt auf dem Rhein – von Köln nach Amsterdam. 3 Tage auf dem Wasser, ein Programm zur Entschleunigung. Die Route ist eigentlich nebensächlich, der Weg ist das Ziel. Allerdings ist Amsterdam als lebendige, multi-kulturelle Metropole immer eine spannende und lohnenswerte Reisedestination.

Ankunft am Kölner Hauptbahnhof

Schon unsere Anreise mit der Deutschen Bundesbahn ist ein Erlebnis. Wir sitzen im Regionalexpress, unser gebuchter ICE hat Verspätung. Es fängt an zu schneien, der Schneefall wird immer stärker, die Verspätung immer größer und wir immer unruhiger. Mit ordentlicher Verspätung kommen wir im Kölner Hauptbahnhof an und gehen zu Fuß zum Anleger. Das Schneetreiben wird noch heftiger, der Schneeregen peitscht uns ins Gesicht. Mit unseren Trolleys ziehen wir Spuren im Schnee und leisten unfreiwillig Räumdienste für andere Fußgänger. Bei dem Sauwetter sehen wir nur allerdings nur wenige, die zu Fuß unterwegs sind.

Mit der MS ASARA im Advent auf dem Rhein

Unser Kreuzfahrtschiff MS ASARA

Trotz des Schneegestöbers sehen wir sie sofort – die MS ASARA, ein neues Flusskreuzfahrtschiff mit 75 Kabinen für 190 Passagiere. Dann heißt es auch schon Leinen los. Wir sitzen bei Kaffee und Kuchen entspannt im Salon und lassen die Landschaft an uns vorüberziehen. Anschließend  wechseln wir in die Bibliothek und spielen mit unseren Freunden Doppelkopf. Schon nach den ersten Kilometern fühlen wir, dass wir Zeit haben. Keine Hektik, keine Verpflichtungen, keine Einkäufe. Nur zu den Essenszeiten müssen wir einigermaßen pünktlich erscheinen. Aber das machen wir gerne, das Essen ist erwartungsgemäß ausgezeichnet. Damen und Herren aus 16 Nationen sind für uns da. Wir werden regelrecht verwöhnt, der Service ist tadellos und überaus freundlich. Mehr geht wirklich nicht.

Der Alleinunterhalter an seiner Hammond-Orgel stört uns nicht, wir sitzen wieder in der Bibliothek in der Ecke und spielen Karten. Mit unseren Handy-Navis verfolgen wir den Kurs unserer MS ASARA und freuen uns, dass wir bis Amsterdam noch viel Zeit haben. Nach mehreren Gläsern des leckeren Edelzwickers schlafen wir trotz der leichten Maschinengeräusche und Vibrationen ziemlich gut. Noch während des vielfältigen Frühstücks erreichen wir am nächsten Morgen Amsterdam und legen direkt hinter dem Amsterdamer Hauptbahnhof an – perfekt für die Entdeckung dieser einzigartigen Stadt.

Kunst und Kultur in Amsterdam

Hauptbahnhof Amsterdam

Wir ziehen los, natürlich auf eigene Faust. Uns fällt auf, dass die Fahrradwege super geräumt sind, die Bürgersteige nicht. Es ist kalt, bitterkalt. Wir haben einen ganzen Tag Zeit und wollen uns treiben lassen. Mit einem Ticket „Hop on-Hop off“ für Bus und Boot ziehen wir los. Amsterdam ist reich an Attraktionen und Sehenswürdigkeiten, da müssen wir uns entscheiden. Das nasskalte Wetter lädt zum Museumsbesuch ein. Nur – es gibt in Amsterdam mehr als 50 Museen. Wir wollen Rembrandts weltberühmte Nachtwache – zum wiederholten Male – sehen und noch ein paar Meisterwerke von Jan Vermeer. So machen wir uns mit Bus, Boot und zu Fuß auf den Weg ins Rijksmuseum. Dabei ist schon der Weg dorthin eine kleine Stadtrundfahrt, vor allem die Fahrt mit dem Boot erleben wir wie eine romantische Grachtenrundfahrt.

Die Nachtwache von Rembrandt van Rijn

Nach dem „Kulturprogramm“ schlendern wir durch den historischen Stadtkern von Amsterdam, schauen uns die vielen Herrenhäuser mit ihren kunstvoll verzierten Giebeln an und lassen uns von der besonderen Atmosphäre am Rande der idyllischen Grachten begeistern. Natürlich ziehen wir auch durch das legendäre Rotlicht-Viertel, in dem leicht bekleidete Damen in hell beleuchteten Schaufenstern sitzen und das Leben auf den Straßen und den Grachten betrachten. Wir haben Hunger und Durst und ziehen weiter.

Pommes mit Pindasaus

Was ist ein Besuch in Holland ohne Pommes mit leckerer Erdnusssauce? Wir haben zwar keinen richtigen Hunger, aber Appetit auf Pommes. So kehren wir noch schnell vor dem Abendessen im Bahnhof in einem kleinen Bistro ein und lassen uns eine Portion Pommes schmecken. Dann müssen wir zurück zum Schiff – das 5-Gänge-Abendessen wartet auf uns!

Amsterdam Light Festival

Amsterdam Light Festival

Es schneit weiter, ist uns aber egal. Wir sitzen warm und trocken und fahren in einem Grachtenboot entlang der zahlreichen Kunstwerke des Amsterdam Light Festivals. Die Stimmung ist zauberhaft und romantisch, die völlig unterschiedlichen Kunstwerke renommierter internationaler Lichtkünstler sind absolut sehenswert. Das Zusammenspiel von Licht, Wasser und Schneetreiben schafft eine einzigartige, märchenhafte Atmosphäre, die uns unvergesslich bleiben wird. Das Amsterdam Light Festival ist unzweifelhaft der kulturelle Höhepunkt unserer Mini-Kreuzfahrt, alleine dafür hat sich der Besuch von Amsterdam gelohnt. Um 23.30 Uhr legt unser Schiff wieder ab.

Bummel durch Nijmegen

Der Grote Markt in Nijmegen

Das Omelette wird gerade serviert, da legen wir im Zentrum von Nijmegen an. Wer noch nicht in Nijmegen war, wird angenehm überrascht sein. Die Stadt am linken Ufer der Waal, dem südlichen Mündungsarm des Rheins gelegen, ist mit immerhin 150.000 Einwohnern die älteste Stadt der Niederlande. Die interessante Mischung von alten Baudenkmälern und den zahlreichen Kneipen und Cafés schafft eine angenehme Atmosphäre. Ich ziehe alleine los und genieße das ungebundene Bummeln durch die historische Altstadt. Bei der Suche nach einem Café lande ich in einem urigen Coffeeshop. Beim Blick auf die Menü-Karte lese ich „Vanille Kush“, „Hawaiian Snow“, „Bombay Black“ und viele andere, mir unbekannte Namen. Schlagartig wird mir klar, dass ich hier wohl keinen leckeren Latte Macchiato bekomme, den bestelle ich dann doch lieber im Café nebenan.

Winterliches Rheinufer

Zurück nach Köln

Um 15 Uhr springen die schweren Dieselmotoren wieder an und wir schippern gemächlich mit 15 km pro Stunde Richtung Köln. Das üppige Kuchenbuffet wird aufgebaut und wir holen wieder die Doppelkopfkarten raus. Kaum zu glauben, wie viele Kuchenstücke ein normaler Kreuzfahrer oder auch Kreuzfahrerin in kurzer Zeit in sich reinschaufeln kann!

Herrlich entspannt lassen wir die winterlichen Flusslandschaften vorüberziehen. Wir sind uns einig, dies ist nicht unsere letzte Flusskreuzfahrt sein wird. Um 9 Uhr erreichen wir planmäßig Köln, der Dom wird von der Morgensonne angestrahlt. Wir sind gut erholt und fühlen uns bestens. Die kleine und abwechslungsreiche Auszeit in der unruhigen Adventszeit ist ideal, wir sind fit für Weihnachten und den Sprung in das neue Jahr.

Ankunft in Köln

Die Flußkreuzfahrt mit der MS ASARA nach Amsterdam haben wir im Dezember mit Phoenix Reisen (http://www.PhoenixReisen.com) unternommen. Nützliche Informationen über Amsterdam sind zu finden z.B. unter https://www.amsterdam.info/de/ und auch https://holland.com.

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