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Bangkok – Faszinierende Metropole im Smog

Keine Stadt der Welt zieht so viele Besucher an wie Bangkok. Sie ist aufregend, eine Stadt der Kontraste, eine bunte Mischung aus Tradition und Moderne, laut und dreckig, voller orientalischer Prachtbauten und moderner Hochhäuser, Verkehrschaos und ländliche Idylle, ein ungeordnetes Nebeneinander verschiedener Welten und eine Stadt ständig im Wandel. Bangkok – eine faszinierende Metropole im Smog.

Bangkok – eine Weltstadt, voll gefüllt mit kulturellen Sehenswürdigkeiten. 9 Millionen Menschen sollen hier leben, vielleicht sind es auch 14 Millionen oder noch mehr. Wir nehmen uns 1 Woche Zeit, neue Ecken in Bangkok zu entdecken und bekannte Lieblingsplätze wiederzufinden.

Dauerstau in Bangkok

Im Smog unterwegs

Die Luft ist schlecht, wirklich sehr schlecht. Dass Bangkok kein Luftkurort ist, wussten wir schon immer. Aber dass die Luft an bestimmten Tagen so extrem ungesund ist, hat uns doch überrascht. Heiß ist es auch, die Temperaturen liegen bei 32 – 34° C, auch für Sonnenliebhaber eine besondere Herausforderung. Was tun? Wir kürzen unser Besichtigungsprogramm, reduzieren unsere Schrittgeschwindigkeit und packen die in Hongkong erworbenen Atemschutzmasken aus. Jede Gelegenheit, in einem Einkaufszentrum Abkühlung zu erfahren und frische Luft einzuatmen, nutzen wir bei jeder sich bietenden Gelegenheit. So können wir es in Bangkok einigermaßen erträglich aushalten.

Mit Atemschutzmasken unterwegs in Bangkok

Hohe Luftverschmutzung mit offizieller Warnung

Bei dem Verkehrschaos und den langen Staus ziehen wir zu Fuß los oder nutzen die Expressboote auf dem Chao Phraya, der Lebensader Bangkoks, und die Longtail-Boote auf den Klongs. Vom Wasser aus lässt sich die Stadt am besten betrachten. Taxis und die knatternden Tuks Tuks meiden wir, zu langsam in den kilometerlangen Staus. Auf dem Chao Phraya herrscht geschäftiges Treiben, hingegen idyllische Ruhe und gemächliches Treiben an den Seitenarmen und den vielen Klongs. Größere Strecken kann man schnell mit dem modernen und immer vollen Skytrain zurücklegen.

Auch Mönche fahren mit dem Express-Boot auf dem Chao Phraya

Die Top-Sehenswürdigkeiten Bangkoks lassen wir dieses Mal links liegen. Den Großen Palast und den Tempel Wat Phra Kaeo haben wir schon mehrere Male besichtigt Auch den ältesten und größten Tempel Wat  Pho mit dem riesigen liegenden Buddha und auf der anderen Flussseite des Chao Phaya und den Wat Arun mit dem zentralen Turm im Khmer-Style überlassen wir den vielen Touristen aus aller Welt zur Besichtigung. Wir wollen neue Ecken und mehr vom wirklichen Leben der Bewohner Bangkoks entdecken.

Dicke Luft über Bangkok

Leben in Bangkok

Sehenswert ist das Haus von Jim Thompson, einem amerikanischen Geschäftsmann, der als Textildesigner die thailändische Seide weltberühmt gemacht hatte. Der Gebäudekomplex mit den 8 Teakholzhäusern zeigt in beeindruckender Weise, wie die reichen Thailänder vor 200 Jahren gelebt haben.

Seidenspinner vor dem Jim Thompson Haus

Wir schauen uns auch an, wie die weniger wohlhabenden Bürger Bangkoks leben. An den Khlongs, den vielen Kanälen, die Bangkok durchziehen, wohnen die Menschen in einfachen Hütten und Buden, die ins Wasser ragen und zum Teil auf Stelzen stehen. Sie kochen und essen, waschen ihre Wäsche und ruhen sich aus. Das sind Einblicke in eine völlig andere Welt, keine Idylle, aber doch Orte der Ruhe, während ein paar Meter weiter der Verkehr auf mehrspurigen Schnellstraßen tobt. Die Menschen sind freundlich, wenn wir sie grüßen, scheinen aber nicht besonders erfreut zu sein, wenn sie so interessiert von Fremden beobachtet werden.

Wohnen und Leben am Klong

Auch wir pilgern zum Erawan Shrine, einem bedeutendem Wallfahrtsort für Buddhisten. Unglaublich die Vielzahl der Blumenspenden und anderen Opfergaben, die am Shrine niedergelegt werden. Hier treffen sich Hausfrauen und Büroangestellte, schwere Jungs und leichte Mädchen zum Gebet.

Erawan Shrine

Gläubige mit Opfergaben vor dem Erawan Shrine

Abtauchen in Bangkok

Die Sonne brennt gnadenlos, die Schwüle wird gegen Mittag nahezu unerträglich. Wir flüchten ins Sea Life Bangkok Ocean World, mit mehr als 400 Meerestierarten das größte Aquarium in Südostasien. Die meisten Aquarien sind nett gestaltet, nicht nur wir, auch die vielen chinesischen Familien mit ihren Kindern freuen sich über die vielfältigen Einblicke in die Unterwasserwelt. Besonders beeindruckend finden wir die Haifischbecken mit den vielen großen Haien, die vor uns und im Glastunnel über uns mit leicht geöffnetem Maul ihre Runden drehen. Da sind wir doch froh, dass wir bei unseren Tauch- und Schnorchelausflügen solchen Exemplaren bisher nicht begegnet sind und hier sicher hinter dicken Glasscheiben stehen..

Hai im Sealife Ocean World Bangkok

Bangkok von oben

Den besten Überblick über die riesige Metropole bietet natürlich das höchste Gebäude der Stadt, der King Power Mahanakhon, ein 2016 eingeweihter Wolkenkratzer mit angesagter Dachbar.  Vom 314 Meter hohen Observationsdeck eröffnet sich für uns ein atemberaubender 360-Grad-Blick mit spektakulärem Panorama. Sich auf den Glasboden, der kühn über das Gebäude herausragt, zu stellen, zu sitzen oder zu legen, kostet schon eine gehörige Portion Überwindung – ein echter Nervenkitzel.

Gerhard auf dem Glasdach des Skywalks

Heidi auf dem Glasdach des Skywalks

Ganz oben auf der Dachterrasse dann eine fantastische Aussicht auf Bangkok, höher und spektakulärer geht es nicht. Die Sonne verabschiedet sich langsam, immer mehr Besucher aus aller Welt wollen mit uns den Sonnenuntergang erleben. Wir bleiben länger als geplant, die Stimmung ist hervorragend, vom Straßenlärm nichts zu hören. Es weht hier oben ein leichtes Lüftchen, das Chang-Bier ist eiskalt – schöner kann man Bangkok nicht erleben.

Blick vom King Power Mahanakhon auf Bangkok mit dem Chao Phraya

Kurz vor dem Sonnenuntergang auf 314 m Höhe

Bangkok zu Fuß

Manchen Kilometer legen wir zu Fuß zurück. Wegen der Hitze und der dreckigen Luft durchqueren wir jedes Kaufhaus  und jede Shopping-Mall, die mehr oder weniger auf unserer Route liegen. Der Aufenthalt in den gekühlten Einkaufstempeln ist bei den eisigen Temperaturen ein Genuss. Aber auch von dem vielfältigen Warenangebot und den Verkaufsaktionen sind wir schwer beeindruckt. Da sehen unsere Vorzeige-Kaufhäuser Lafayette und KaDeWe in Berlin im Vergleich provinziell und langweilig aus. Mehr zufällig sind wir im Bangkok Art & Culture Centre gelandet, einem Museum für zeitgenössische Kunst. Nicht nur wegen der angenehmen Kühle, sondern wegen der sehenswerten Exponate in- und auch ausländischer Künstler ist ein Besuch dieses Museums lohnenswert.

Britney Spears (aus Wax) mit Tourist (echt)

Im Lumphini Park mitten im Zentrum Bangkoks, der grünen Lunge der Stadt, treffen sich die Einwohner zum Frühsport und zur Erholung. In der Mittagszeit halten sich die sportlichen Aktivitäten der Bewohner Bangkoks in Grenzen, nur vereinzelt sehen wir einen Jogger oder einen Radfahrer. Aber das eine oder andere Liebespaar und Familien mit Kindern nutzen die Idylle für eine kleine Auszeit in der von Wolkenkratzern umgebenen Oase. Selbst die Warane, die hier frei rumlaufen, liegen träge am Rand des Sees und warten auf Abkühlung in den Abendstunden.

Waran im Lumphini Park

Mit dem Fahrrad durch Bangkok

Kaum zu glauben, aber tatsächlich wahr: Auch Fahrradfahren kann man in Bangkok, wenn man die entsprechenden Wege kennt. Wir schließen uns einer geführten Fahrradtour an. 5 Stunden sind wir mit Rad und Boot unterwegs. Durch enge Gassen in Chinatown, geschäftige Märkte, quirlige Geschäftsstraßen und über kleine Pfade und Stege sehen und erleben wir das wirklich unbekannte Bangkok, unvergessliche Eindrücke.

Gasse in Chinatown

Unsere beiden Reiseleiterinnen auf der Fahrradtour

Brücke über den Klong in Thonburi auf der anderen Seite des Chao Phraya

Essen in Bangkok

Essen hat in Thailand eine besondere Bedeutung. Gegessen wird überall und zu jeder Tages- und Nachtzeit. Überall wird gekocht und gebraten, 50.000 Garküchen soll es in Bangkok geben. Die thailändische Küche gehört zweifelsohne zu den besten der Welt, vor allem die frischen Zutaten selbst bei den Streetfood-Ständen und einfachen Restaurants begeistern uns immer wieder. Wichtig ist die angemessene Antwort auf die Frage „spicy?“. Da ist es doch für unseren Geschmack besser mit „little bit“ oder „medium“ zu antworten. Ungewohnt ist für uns, dass bei mehreren Gästen am Tisch alle Gerichte, auch die Suppe, gleichzeitig serviert werden. Jeder nimmt sich, was er möchte und alle sind zufrieden. Als Nachtisch gibt es dann meistens frisches Obst oder den beliebte Klebereis mit Mangoscheiben. Und die Reste der reichhaltigen Mahlzeiten werden nicht weggeworfen, sondern anschließend an Bedürftige verteilt.

Gemeinsames Mittagessen während der Radtour

 

Streetfood-Stand

„Gesund, nachhaltig und lecker“, so wirbt der Starkoch Jamie Oliver auch in Bangkok für sein Restaurant. Wir lassen uns von der Werbung und der Aussicht auf die Klassiker der italienischen Küche zu einem Besuch in seinem Restaurant verleiten. Die hohen Erwartungen wurden erfüllt. Nur alkoholische Getränke gibt es nicht, da zwischen 14 und 17 Uhr kein Alkohol ausgeschenkt werden darf.

Relaxen mit Blick auf die Stadt

Zum Sonnenuntergang sind wir wieder im Hotel. Ein Sprung in den Hotelpool, dann sind wir wieder mehr oder weniger fit für den Drink auf der Terrasse, um den stimmungsvollen Sonnenuntergang zu erleben. Das Nachtprogramm fällt aus, allenfalls zu einer Thai-Massage zur Mobilisierung der müden und verspannten Muskeln und einem Absacker in der Hotelbar können wir uns aufraffen.

Blick von der Dachterrasse des Siam@Siam Hotels

Infinity Pool des Avani Riverside Hotels mit Blick auf die City

Auch eine Woche in Bangkok reicht nicht aus, auch nur die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu sehen und die spannendsten Aktivitäten zu erleben. Trotz Lärm, Chaos, Dauerstaus und Smog verbringen wir hier eine herrliche und vor allem abwechslungsreiche Zeit. Wenn dann abends die Sonne untergeht und die beleuchtete Hochhauskulisse in der Dämmerung erstrahlt, sitzen wir auf einer Dachterrasse oder in einer Rooftop Bar, erholen uns von den Strapazen des Tages und genießen die atemberaubende Aussicht auf diese faszinierende Metropole Bangkok.

Übernachtet haben wir in Bangkok im Siam@Siam Design Hotel (http://www.siamatsiam.com) und im Avanti Riverside Hotel (http://www.avanihotels.com/de/riverside-bangkok). Die Radtour in Bangkok haben wir bei Co van Kessel (http://www.covankessel.com/our-tours/) gebucht.

Siehe auch den Beitrag über Bangkok 2017 und das Avani Riverside Hotel (https://visser.reisen/avaniriverside).

 

 

 

 

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