Begegnung mit Elefantenbabys – füttern, wandern, spielen und baden

Shabu, Nam Choke und Pailin sind ungeduldig und aufgeregt wie kleine Kinder. Kleine Kinder sind sie auch, eigentlich noch Babys, obwohl zwischen 1 und 3 Jahre alt. Sie sehen schon gewaltig aus – 3 süße, ungestüme und schon kräftige Elefantenbabys. Sie warten sehnsüchtig auf uns – Kopf, Rüssel und ihre großen Ohren dauernd in Bewegung. Aber, ehrlich gesagt, sie warten nicht auf uns, sie sehen die Bananenstauden in unseren Händen und wollen gefüttert werden.

Wir sind im Norden Thailands, noch nördlich von Chiang Mai, im Elephant Rescue Park, einem neuen Reservat für heimatlose und vor allem misshandelte Elefanten. Der Parkgründer hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, Elefanten aus schwierigem Umfeld in der Holzwirtschaft, der Tourismusindustrie und dem Zirkus zu retten und ihnen auf Dauer eine sichere, liebevolle und möglichst artgerechte Umgebung zu bieten. So wurden die 3 jungen Elefanten den früheren Eigentümern von Zirkusbetreibern abgekauft und fanden ihre neue Heimat im Elephant Rescue Park.

Wandern mit Elefanten statt Reiten auf Elefanten

Wir haben eine tierfreundliche Alternative zum Elefantenreiten gesucht und uns zum Wandern mit Elefanten entschlossen. Um einen Tag mit den wundervollen Tieren erleben zu können, haben wir eine private Besichtigungstour („Private Elephant Care and Interaction“) für den Elephant Rescue Park gebucht. Komplett mit Transfer von Chiang Mai, Mittagessen und vor allem viel Zeit zum Füttern, Spielen, Wandern und Baden mit Elefanten. Jao, eine überaus freundliche und hoch engagierte junge Thailänderin, steckt uns sofort nach unserer Ankunft im Camp in eine bunte, uniformähnliche Arbeitskleidung. Erst sperren wir uns gegen das Anziehen dieses albern aussehenden Outfits, später verstehen wir, dass das eine sinnvolle Maßnahme ist.

Konzept des Elephant Rescue Parks

Nach einem leckeren Thai-Curry erläutert uns Jao in fließendem Englisch die Idee, Konzeption und Arbeitsweise des Elephant Rescue Parks. Ob das alles so stimmt, was uns erzählt wird, können wir nicht abschließend beurteilen. Auf jeden Fall sind wir schwer beeindruckt über das Engagement des Parkeigentümers und seiner Familie, um kranken, misshandelten und ausgebeuteten Elefanten ein würdevolles und artgerechtes Zuhause zu geben. Besonders betroffen sind wir, als wir die Geschichte von Jeab, einer 35 jähre alten Elefantenkuh erfahren. Sie wurde schwer verletzt mit großen Wunden 2015 hier im Park aufgenommen. Trotz liebevoller Pflege und bester medizinischer Betreuung verstarb sie wenig später im Elefanten-Krankenhaus in Lampang.

Und dann ziehen wir mit Jao los. Auf der anderen Straßenseite warten schon Shabu, Nam Choke und Pailin  Rüssel schlackernd auf uns. Sie stehen artig hinter einer Stange, immer beobachtet von 2 jungen Mahouts in sicherer Entfernung. Unglaublich, wie schnell und gekonnt eine Banane nach der anderen im Elefantenmaul verschwindet. Entweder mit dem Rüssel genommen oder direkt ins weit aufgerissene Maul gelegt und sofort verschlungen. Sie lassen sich gerne anfassen und streicheln, versuchen dabei aber immer, uns die Bananen aus den Händen oder den Hosentaschen zu ziehen. Ob sie wirklich satt sind, als wir zur Wanderung aufbrechen, glauben wir nicht. Aber alle Bananen sind vertilgt und los geht`s.

Unterwegs mit den Elefantenbabys

Shabu, Nam Choke und Pailin trotten anfangs brav neben uns her, während wir langsam erst bergauf und dann teilweise steil hinab ins Tal ziehen. Dann aber schlagen sich die drei immer wieder seitlich in die Büsche. Überall gibt es frische Blätter zu fressen, so müssen wir oft warten, bis sie wieder aus dem Gebüsch auftauchen. Nicht wir, sondern die Elefanten bestimmen das Tempo. Ausgelassen werfen sie mit ihren Rüsseln Dreck auf ihren Rücken und scheinen das ungezwungene Umhertollen sehr zu genießen.

Die ganze Geschichte lesen Sie in meinem Buch

Siehe auch den Blogbeitrag über unseren Kochkurs in

Chiang Mai

https://visser.reisen/kochkurs-in-chiang-mai/