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E-Bike-Kreuzfahrt in Dalmatien

E-Bike-Kreuzfahrt in Dalmatien

Wir sind Wiederholungstäter! Nachdem wir bereits im letzten Jahr mit Boot und E-Bike durch die kroatische Inselwelt gekreuzt sind, wollen wir dieses Mal von Dubrovnik aus zu einer E-Bike-Kreuzfahrt in Dalmatien starten. Für uns ist eine E-Bike-Kreuzfahrt die perfekte Art, entspannt und aktiv Urlaub zu machen und andere Länder und Kulturen kennenzulernen, ohne immer wieder Koffer packen zu müssen.

Motoryacht Harmonia

Da liegt sie im Hafen von Dubrovnik – die weiße Motoryacht  Harmonia mit ihren 2 hohen Masten. Zwischen den vielen Schiffen fällt uns die elegante Harmonia sofort auf, auch wenn sie nur 38 m lang ist. Im Vergleich zu den weiter vorne im Hafen liegenden Kreuzfahrtschiffen wirkt sie sehr klein und strahlt eine elegante Gemütlichkeit aus.

Unsere Räder im Hafen von Dubrovnik

Die Räder stehen schon ordentlich in Reihe und Glied am Kai, als wir den Hafen erreichen. Sie sind bereit für die Kreuzfahrt vor der Küste Dalmatiens, wir sind es auch. Wir sind gespannt, auch auf unsere Mitreisenden, mit denen wir gemeinsam eine aufregende und aktive Erlebnisreise vor der Küste Dalmatiens verbringen wollen.

Unsere „Wohnung“ auf der Harmonia

Kabine 11 der Harmonia

Kabine 11 ist für eine Woche unser Zuhause, genug Platz zum Wohnen und Schlafen. 12 m2 sind völlig ausreichend, zumal wir nur zum Duschen und Schlafen in der Kabine sind. Die schönsten Plätze sind ohnehin in dem großzügigen Salon und auf dem Sonnendeck mit ungetrübtem Blick auf die Umgebung. Mein Lieblingsplatz ist die Bank direkt vor dem Steuerhaus, auch während der Fahrt. Da kann man herrlich, am besten ganz allein, auf das Meer schauen, die Gedanken kreisen lassen, ein Buch lesen. In solchen Momenten überwältigt mich tiefe Dankbarkeit, dass ich solch schönen Augenblicke erleben und genießen darf.

Ein Spitzen-Team

Die Gruppe

Amerikaner, Kanadier, Isländer, Österreicher und wir als einziges deutsches Ehepaar – 27 unterschiedliche Persönlichkeiten, alle nicht mehr ganz jung. Wir sind sofort eine Gruppe, eine echte Gemeinschaft. Die Harmonie – passend zum Namen unseres Schiffes Harmonia – ist einzigartig, die Stimmung immer fröhlich und ausgelassen. Vor allem unseren amerikanischen und kanadischen Mitreisenden gelingt es vorzüglich, gute Laune zu verbreiten und uns letztlich zu einer wirklich tollen Schiffsfamilie werden zu lassen. Auch viele ernste Gespräche führen wir, vor allem über aktuelle politische Themen der Gegenwart, natürlich auch über Donald Trump und die politischen Herausforderungen in der Zukunft.

Toni und Senad bei der Vorbereitung des Picknicks

Eine Spitzen-Crew

Toni aus Kroatien und Senad aus Bosnien sind nicht nur tolle Typen und total sympathische Reiseleiter und Fahrrad-Guides, sie sind auch wahre Alles-Könner: Sie sind immer von morgens früh bis abends spät für uns da, sie können Geschichte spannend und Geschichten unterhaltsam erzählen. Sie sprechen Deutsch und Englisch fließend, ihre Briefings nach den Mahlzeiten sind  informative Show-Einlagen. Jede Frage über Land und Leute wird umfassend beantwortet. Sie reparieren Fahrräder und führen und begleiten uns routiniert und immer fröhlich durch die spektakuläre Inselwelt Dalmatiens.

Die Crew der Harmonie beim Ständchen

Die Schiffs-Crew ist absolut klasse, vom Kapitän bis zum Matrosen. Natürlich verdienen die Köche Marco und Katrina in ihrer kleinen Kombüse jeden Abend besondere Anerkennung für ihre Spitzenleistungen. Das Essen ist ausgesprochen lecker und abwechslungsreich. Und Singen kann die Crew auch. Nach ihrem Ständchen dürfen auch die Gäste ihre musikalischen Talente vorführen. Vor allem die amerikanischen Gäste sind mit ihren musikalischen Einlagen voll dabei. Dann sind wir an der Reihe, wir sollen unbedingt ein deutsches Lied singen. Wir können nicht singen, uns fällt auch kein Lied ein. Da stimmt Günther aus Salzburg den über 50 Jahre alten Hit der Rolling Stones  „I Can`t Get No Satisfaction“ an. Sicherlich kein typisch deutscher Song, aber egal. Alle springen von ihren Sitzen, singen mit und tanzen. Der Salon bebt, die Stimmung erreicht ihren Siedepunkt.

Mit den Fahrrädern durch das wunderschöne Süddalmatien

Wir sind unterwegs, wir haben es geschafft, wir sind oben. Herrliches Wetter, die Sonne scheint, ein leichter Wind weht – ideale Voraussetzungen zum Fahrradfahren. „Volare, oh, oh! Cantare, oh, oh, oh! Nel blu, dipinto di blu“ erschallt es hoch über dem azurblauen Meer, auf einem Parkplatz am Straßenrand. Wir haben mehr oder weniger mühsam einen der vielen Hügel erklommen und auf die letzten Mitradler gewartet. Da stimmt Toni – passend zum traumhaften Blick auf die Bucht – den bekannten und weltberühmten italienischen Hit an. Mit seiner tiefen, sonoren Stimme kann er uns verzaubern – Gänsehaut-Feeling pur. Bei der anschließenden Abfahrt haben wir die Melodie noch lange im Ohr.

Pause in historischem Ambiente

Unsere kombinierte Rad- und Schiffstour startet in Dubrovnik und führt uns eine Woche lang durch die abwechslungsreiche Gegend Süddalmatiens. Wir radeln über die Inseln Šipan, Mljet, Lastovo, Korcula, die Halbinsel Peljesac mit einem nochmaligen Besuch von Korcula, bevor es über Prapratno und Slano zurück nach Dubrovnik geht. Naturschönheiten wechseln sich mit kulturellen Sehenswürdigkeiten ab. Jede Insel ist anders, aber alle sind reizvoll und sehenswert. Wir setzen auf Komfort und haben uns für ein E-Bike entschieden. Wie sich schnell herausstellt, war das eine sehr gute Entscheidung. Aber auch mit einem regulären Trekkingrad sind die Tagesetappen von ca. 30 – 50 km  und bis zu 500 Höhenmetern mit entsprechender Grundkondition gut zu meistern. Alle Räder sind bestens gepflegt und top in Ordnung. So macht das Radeln durch die wunderschöne Küstenlandschaft mit und auch ohne Elektromotor wirklich Spaß.

Unterwegs auf einsamen Straßen

Die Straßen sind fast alle asphaltiert und bis auf kurze Streckenabschnitte kaum befahren. Jeder fährt sein eigenes Tempo. Wer will, kann auch alleine radeln. Bei jedem Briefing erhalten wir einen Auszug aus der Landkarte mit markierter Radroute. Verfahren auf den Inseln ist praktisch unmöglich. Wichtig zum Einteilen unserer Kräfte sind die Höhenangaben auf den Karten. Die Tagesetappen von max. 50 km sehen auf den ersten Blick harmlos aus, aber einige haben es in sich. Wenn Toni und Senad bei ihrer Tourbeschreibung für die Englisch sprechenden Gäste die Strecke als „Undulating“ bezeichnen, radeln wir munter bergauf und bergab. Wenn aber das geflügelte Wort vom „Climb of the Day“ fällt, geht es mächtig und oft über mehrere Kilometer nach oben. Für uns E-Bike-Fahrer kein Problem: Da schalten wir gelassen mehr Power aus dem Elektromotor zu und können so auch einen steilen Anstieg wunderbar genießen!

Übrigens: Wildschweinen sind wir – leider – nicht begegnet!

Warnung vor Wildschweinen

Ausflug nach Mostar

Donnerstag ist Ruhetag, zumindest was das Radfahren anbelangt. Ein Bus bringt uns über die Grenze nach Bosnien-Herzegowina. Wir sind auf dem Weg nach Mostar. Der Streifzug durch die charmante Altstadt mit seinen zahlreichen Gebäuden aus der osmanischen Zeit ist absolut lohnenswert. Schade nur, dass man den vielen Besuchern, die sich durch die engen Gassen quälen, nur schwer entkommen kann.

Unvergesslich bleibt der Blick auf die Alte Brücke „Stari Most“, der bedeutendsten Sehenswürdigkeit der Stadt. Gewaltig, elegant und imposant erstreckt sich das Wahrzeichen von Mostar über den Fluss Neretva. Ursprünglich als Verbindung zwischen den Kulturen gebaut, wurde die Brücke 1993 während des Bürgerkrieges zum Sinnbild der Zerstörung. 2004 wieder eröffnet und zum UNESCO-Weltkulturerbe gekrönt, kann sie heute als Symbol für den Wiederaufbau und der Verständigung zwischen den Völkern dienen.

Die Alte Brücke „Stari Most“ in Mostar

Zurück nach Dubrovnik

Neben Dubrovnik und Mostar ist die kleine Stadt Korcula auf der gleichnamigen Insel, oft auch als Klein-Dubrovnik bezeichnet,  besonders sehenswert, eine der besterhaltenen mittelalterlichen Städte Kroatiens. Am späten Nachmittag nach einer 50 km langen Radtour durch die idyllische Insel Korcula mit herrlichen Ausblicken auf die traumhaften Buchten mit ihrem türkisfarbenen Wasser erreichen wir erschöpft, aber glücklich die Inselhauptstadt. Wir haben nach der Stadtführung noch genug Zeit, die pittoreske Altstadt mit ihren vielen Gässchen zu durchstreifen und auf der Stadtmauer zu umrunden.

Wieder zurück von der Radtour

Wir könnten noch länger auf der Insel bleiben, aber wir müssen weiter. Am nächsten Morgen bringt uns die Harmonia mit einem Abstecher nach Ston, dessen Stadtmauer als längste Festungsmauer Europas gerne mit der Chinesischen Mauer verglichen wird, zurück nach Dubrovnik. Eine wunderschöne Reise durch die herrliche Gegend Süddalmatiens geht zu Ende.

Der Abschied von der komfortablen Harmonia, den beeindruckenden Schönheiten Dalmatiens, der engagierten Crew, den außergewöhnlichen Reiseleitern und last but not least unseren lieb gewonnenen Mitreisenden fällt uns sehr schwer. Schon als wir im Taxi zum Flughafen sitzen, merken wir, dass uns etwas fehlen wird.

Sonnenuntergang hinter der Harmonia

Diese kombinierte E-Bike-/Schiffstour wurde von der Radurlaub ZeitReisen GmbH (http://www.inselhüpfen.de) organisiert und durchgeführt. Die genaue Route unserer Tour „E-Bike & Radkreuzfahrt Dalmatien ab Dubrovnik Plus“ auch mit Entfernungs- und Höhenmeterangaben ist auf der entsprechenden Website von inselhuepfen (http://www.inselhuepfen.com/de/e-bike-radkreuzfahrt-dalmatien-ab-dubrovnik-plus/) zu sehen. Vor der Schiffsreise haben wir in Dubrovnik im Hotel Splendid (http://www.hotelsindubrovnik.com/en/hotel-splendid-dubrovnik) übernachtet. Über unseren Aufenthalt in Dubrovnik erscheint demnächst ein gesonderter Beitrag in diesem Reiseblog (https://visser.reisen). 

 

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