Australien und Neuseeland, Reiseberichte
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Kangaroo Island – Lebendiges Naturparadies

Wildtiere in ihrer natürlichen Umgebung zu erleben – das ist unser Ziel, als wir von Adelhaide an der südaustralischen Küste nach Kangaroo Island fliegen, der Name ist hier sozusagen Programm. Die Tiere haben hier wegen der vom Festland abgetrennten Lage keine natürlichen Feinde, wenn man von den Menschen und vor allem ihren Autos absieht. Natur pur und ein Zoo ohne Zäune und Mauern – da gibt es viele Gelegenheiten, Kängurus, Wallabies, Koalas, Echidnas, Possums, Seelöwen, Pelikane und viele andere Wildtiere mehr in ihrer natürlichen  Umgebung zu beobachten.

Der Flug dauert nur knapp 30 Minuten und stimmt uns vor dem Landeanflug mit spektakulären Blicken auf die drittgrößte Insel Australiens auf die herrliche Landschaftsszenerie ein. Es weht ein frisches Lüftchen, man spürt die Nähe zur Antarktis. Die Sonne scheint den ganzen Tag, beste Voraussetzungen für die Erkundung dieses einzigartigen Naturparadieses. Bei der Übernahme unseres Mietwagens am Flughafen von Kingscote  sind wir überrascht, dass uns das Fahren während der Dunkelheit wegen der vielen auf den Straßen herumlaufenden Wildtiere untersagt ist. Wir sind gespannt, was uns auf Kangaroo Island erwartet …

Und tatsächlich – schon auf den ersten Kilometern sehen wir am Straßenrand und teilweise auch auf der Straße tote Tiere oder die Reste davon herumliegen. Da wird uns bildlich vor Augen geführt, warum das Autofahren während der Dunkelheit problematisch ist. Unser Ziel ist das Wilderness Retreat am Eingang des Nationalparks Flinders Chase im Osten der immerhin 150 km langen Insel. Schon die Autofahrt über die Insel ist ein Genuss. Verschiedene Scenic Drives verbinden die vielen landschaftlichen Höhepunkte, wir sind beeindruckt von den vielen weißsandigen Stränden, dem azurblauen Wasser, den steilen Klippen und dem sattgrünen Buschland, das fast die ganze Insel bedeckt. An der Seelöwen-Kolonie Seal Bay mit rund 1000 australischen Seelöwen halten wir an und werfen aus sicherer Entfernung einen Blick auf die gewaltigen Tiere. Sie sind 2-3 Tage im Meer unterwegs, dabei tauchen Sie bis zu 1000mal 200-300 m tief. Wenn sie dann an den Strand zurückkommen, sind sie erschöpft und müssen sich erholen, so dass die meisten bei unserem Besuch nur träge rumliegen und wenig Action zeigen.

Erst am späten Nachmittag erreichen wir unser Ziel: Als Unterkunft  für die geplanten drei Tage auf Kangaroo Island haben wir  schon vor langer Zeit das Kangaroo Island Wilderness Retreat gebucht, “Känguru“ und  “Wildnis“ hören sich gut an.  Und tatsächlich, kaum sind wir da, springen schon einige Wallabies – sie sehen aus wie kleine Kängurus, sind aber keine – an uns hoch. Na gut, sie sind scharf auf das Futter, das wir von der netten Rezeptionsdame bekommen haben. Aber es ist trotzdem eine nette Begrüßung, sie sind sehr putzig und zutraulich und wir können sie sogar streicheln.

Mit zwei jungen Ladys stürzen wir uns ins Nachtleben. Ausgerüstet mit starken Taschenlampen ziehen wir in einer kleinen Gruppe mit Einbruch der Dämmerung los. Und kaum zu glauben, wo soeben noch leere Wiesen und Felder waren, ist es jetzt rappelvoll – überall Kängurus und Wallabies, die zum Fressen aus den Büschen kommen. Eine Million Wallabies 250.000 Kängurus sollen auf der Insel leben. Wir haben nicht alle gesehen, aber doch eine wahnsinnig große Menge. Mit den starken Lampen stöbern die Ladys Koalas und Possums auf, die ersten nachts munter werden. Es ist eine Nachtsafari der besonderen Art, unglaublich aufregend und unterhaltsam, sozusagen Nachtleben in der Wildnis.Wenn wir uns den Kängurus nähern, richten sie sich auf und schauen uns an, wir fragen uns, wer hier wen beobachtet. Auf der Rückfahrt zu unserer Wildnis-Lodge – wir lassen uns mit einem Auto zurückbringen, da wir ja bei Dunkelheit mit unserem Mietwagen nicht fahren dürfen – sitzen viele Kängurus, Wallabies und Possums auf der Straße. Sie sitzen da wie versteinert, rühren sich nicht vom Fleck und unser Fahrer muss sich mühsam in Schlangenlinien einen Weg durch die Tierversammlung bahnen – eine gespenstische Kulisse.  Jetzt haben wir verstanden, warum uns der Mietwagenverleiher das Fahren bei Nacht untersagt hat.

Wir werden schon erwartet – zwei Wallabies sitzen vor unserer Terrasse und haben offensichtlich Hunger. Wir opfern unsere Pizza-Chips, zwei Opossums kommen noch hinzu und alle fressen einträchtig unsere Chips, bis die beiden großen Tüten leer sind. Dann kehrt Ruhe ein und die Kühle der Nacht legt sich über die Wildnis.

Bizarre Granitfelsen, steil abfallend zum tosenden Meer, von der Sonne perfekt beleuchtet – das sind die Remarkable Rocks, wirklich  “bemerkenswerte“ Felsformationen im Flinders Chase Nationalpark. Wir klettern zwischen und auf den Felsen, nur wenige Touristen sind unterwegs, wir haben die ausgefallene Naturszenerie fast ganz für uns alleine. Wir wandern weiter auf gut ausgebauten Wanderwegen durch die herrliche Küstenlandschaft werden immer wieder von spektakulären Ausblicken überrascht. Am Cape de Couedic  lassen wir uns von den Artisten der Seelöwen-Kolonie unterhalten. Hunderte tummeln sich im Wasser, reiten auf den Wellen oder ruhen sich auf den Klippen aus. Wir können sie gut sehen, aber auch hören und vor allem riechen.

Vor dem Rückflug nach Adelhaide genießen wir noch die Ruhe und Einsamkeit am schönen und weiten Sandstrand der Emu Bay, bummeln durch Kingscote, der verschlafenen Hauptstadt der Insel und nehmen schweren Herzens Abschied von diesem einzigartigen Naturparadies – Australien kompakt im Miniformat.

  • Seal Bay Kangaroo Island
  • Seelöwe
  • Hungrige Wallabies
  • Remarkable Rocks Kangaroo Island
  • Remarkable Rocks Kangaroo Island
  • Remarkable Rocks Kangaroo Island
  • Flinders Chase Nationalpark Kangaroo Island
  • Nachts am Straßenrand auf Kangaroo Island

Informationen über Kangaroo Island unter www.tourkangarooisland.com.au/.

 

 

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