Asien, Reiseberichte
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Kochkurs in Chiang Mai – Ein Erlebnis

Was haben ein Ehepaar aus Kanada, eins aus England, ein indisches Pärchen auf Hochzeitsreise, ein südkoreanischer Student aus Seoul und wir gemeinsam? Wir besuchen einen Kochkurs in Chiang Mai! In der offenen Küche der Thai Farm Cooking School nördlich von Chiang Mai wollen wir uns in die Geheimnisse der thailändischen Küche einweihen lassen – nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch. Wir wollen nicht nur über das Essen reden, sondern auch selbst einige der besonders schmackhaften Gerichte zubereiten können.

Pad Thai Fried Noodles: Kochkurs in Chiang Mai

Das Nationalgericht der Thais – Pad Thai Fried Noodles

Die Thai-Küche gilt als exotisch, oft scharf, pikant – immer einzigartig und besonders lecker, mit Sicherheit eine der besten der Welt. Nicht nur für uns ist die thailändische Küche mit ihren vielen kulinarischen Köstlichkeiten immer wieder ein entscheidender Grund, nach und durch Thailand zu reisen. Da liegt es auf der Hand, endlich mal einen Kochkurs zu besuchen, also nicht immer nur thailändisch essen, sondern selbst auch thailändisch kochen. Und eine wichtige Erfahrung  vorab: Wenn der Thailänder „scharf“ sagt oder schreibt, dann meint er das auch so!

Pause während des Kochkurs in der Thai Farm Cooking School

Terrasse der Thai Farm Cooking School

In Chiang Mai haben wir ein paar Tage Zeit. Schnell entschlossen melden wir uns bei der Thai Farm Cooking School an und müssen dankbar sein, noch einen freien Termin zu finden. Die Nachfrage nach Kochkursen ist groß. Mit einem Minibus werden wir abgeholt und zur Thai Farm nördlich von Chiang Mai gebracht, herrlich gelegen in einem großen Obst- und Gemüsegarten mit Fischteichen vor dem Hintergrund der Bergkulisse Nordthailands. Unterwegs  lassen wir uns noch von Yummy, unserer reizenden Kochlehrerin, in einem lokalen Markt das vielfältige und üppige Angebot an Obst, Gemüse und vor allem Gewürzen, auch den verschiedenen Reissorten, erklären und kaufen noch ein paar fehlende Zutaten für unseren Kochkurs ein.

Arbeitsplätze in der Kochschule

Küche in der Thai Farm Cooking School

Dann ist es endlich soweit: Wir stehen leicht aufgeregt und ein wenig unsicher vor unserem Kochplatz. Jeder bekommt eine eigene Kochstelle mit Arbeitsplatte, alles übersichtlich geordnet, perfekt aufgeräumt und blitzblank. Unserer Kochlehrerin Yummy zeigt uns die Farm mit den Besonderheiten des organischen Anbaus. Sie spricht schönes und gut verständliches Englisch, ihre Erläuterungen sind gewürzt mit lustigen Anekdoten und einem Einstieg in die Geheimnisse der thailändischen Kochkunst.

Kochlehrerin der Thai Farm Cooking School

Unsere Kochlehrerin Yummy

Danach ging es endlich ans Kochen – fast. Jeder bekommt erst einmal  seine Schürze und seine Herdplatte mit Arbeitsfläche zugeteilt. Schon bei der Anmeldung durften bzw. mussten wir unsere Wunschgerichte auswählen. Ich habe mich entschieden für „Grüne Currypaste“, „Grünes Hühnchencurry“, „Garnelen in Kokosmilch“, „Hühnchen mit Basilikum“, „Gebratene Pad Thai Nudeln“ und als Dessert „Bananen in Kokosmilch“. Bei unserer Ankunft ist alles bestens vorbereitet, so wie im Fernsehen, wenn der große Meister kocht. Im Fernsehen und auch in unserer Kochschule haben dienstbare Geister hinter den Kulissen die Zutaten portionsgerecht zubereitet und auf einem Teller angerichtet. Das sieht schon in „rohem“ Zustand lecker aus und erhöht die Vorfreude auf unsere Kochlehrstunden.

Die Gerichte waren gut vorbereitet: Kochkurs in Chiang Mai

Vorbereitete Zutaten

Dann endlich beginnt der praktische Teil, wir müssen Hand anlegen. Mit einem Riesenmesser werden nach genauer Anweisung von Yummy die Zutaten geschnitten, gehackt, gewürfelt, geviertelt und geteilt. Ich habe Sorge um meine Finger und brauche mehr Zeit als meine Mitstreiter und vor allem Mitstreiterinnen, da fehlt mir wohl die Übung. Aber irgendwann bin ich auch fertig. Im nächsten und wichtigen Schritt wird die Currypaste hergestellt, nicht aus der Dose oder einem Gläschen, sondern mit den frischen Zutaten für ein Original-Thai-Curry. Ein großer Mörser aus schwerem Naturstein mit einem wuchtigenn Stößel stehen bereit. Alle Zutaten ( 2-3 grüne, lange Chillischoten, 1 Teelöffel gehackte Schalotten, 1 Teelöffel gehackter Thai-Ingwer, ½ Teelöffel Kaffirlimettenblätter, 1 Knoblauchzehe, 1 Teelöffel gehacktes Zitronengras, 1 Teelöffel gehackter Thai Ginseng,¼ Teelöffel Kreuzkümmel, ¼ Teelöffel Koriandersamen und ¼ bis ½ Teelöffel Salz) rein in den Mörser und dann mit dem Stößel alles klein stoßen, bis eine geschmeidige Paste entsteht.

Kochkurs in Chiang Mai: Auch Heidi macht das Kochen Spaß

Heidi beim Kochen des Currys

Jetzt folgt der Hauptteil: 5 Teelöffel Kokosmilch in den Topf geben, einen Teelöffel Öl zufügen und mit der Currypaste erhitzen, dabei immer umrühren. Hühnchenstreifen und Auberginen dazugeben und mit einer Tasse Kokosmilch und einer Tasse Wasser aufkochen lassen, danach mit der Hitze runtergehen. Zucker, Fischsauce und Salz zufügen und noch ein wenig köcheln lassen. Zum Schluss Basilikum- und Kaffirlimettenblätter einstreuen – fertig ist das perfekte Hühnchencurry. Es schmeckt so wie von Yummy versprochen: ein wenig salzig, leicht cremig, würzig und scharf – einfach lecker.

Übrigens: Ohne Currypastee ist die thailändische Küche nicht vorstellbar. Rot, grün oder gelb, das ist Geschmacksache, mit der Schärfe hat die Wahl nichts zu tun – sagt Yummy.

Kochkurs in Chiang Mai: Grünes Hühnchencurry

Grünes Curry-Hühnchen

Weiter geht es im Programm: Wir kochen „Garnelen in Kokosmilch“, „Hühnchen mit Basilikum“, „Pad Thai Nudeln“ und als Dessert „Bananen in Kokosmilch“. Nach jedem Gang wird der Erfolg geprüft. Wir sitzen auf der schattigen Veranda und können kaum glauben, dass unsere Werke so ausgesprochen gut gelungen und sehr lecker sind. Ich bin stolz auf mich, dass ich – wenn auch unter fachkundiger Anleitung von Yummy und unter gelegentlicher Hilfestellung meines Kochbruders aus Korea – so exotische und schmackhafte Gerichte zaubern konnte. Nur beim Dessert „Bananen in Kokosmilch“ verlassen mich die Kräfte, nicht beim Zubereiten, sondern beim Essen.

Kochkurs in Chiang Mai

Fast fertig

So macht Kochen richtig Spaß: Nach jedem Gang wird das Geschirr von dienstbaren, nahezu unsichtbaren Geistern abgewaschen und der Arbeitsplatz blitzblank geputzt, das ist schon ein toller Service. Alle sind begeistert, auch über die humorvolle und sympathische Art, mit der uns Yummy in die Geheimnisse der thailändischen Küche mit Wort und Tat einweiht.

Kochkurs in Chiang Mai

Nach getaner Arbeit – glücklich, zufrieden und satt

Für uns bleibt der Tag in der Thai Farm Cooking School unvergesslich, zweifelsfrei einer der Höhepunkte unseres Besuchs in der Metropole Chiang Mai. Zum Abschied erhalten wir ein kleines Rezeptbuch mit den Gerichten, die wir gekocht haben. So können wir nicht nur ein praktisches Souvenir, sondern auch den  Geschmack Thailands mit nach Hause nehmen und die Erinnerungen immer wieder lebendig werden lassen.

Kochschulen gibt es in Thailand praktisch überall, allein in Chiang Mai gibt es mehrere Dutzend. Wir haben uns für die Thai Farm Cooking School (www.thaifarmcooking.net) entschieden. Rezepte diese Kochschule und Informationen über Früchte, Gemüse, Kräuter und Gewürze gibt es unter http://www.thaifarmcooking.net/home/content.asp?active_page_id=170#.WK19tRglyV4. Gewohnt haben wir in Chiang Mai im sehr empfehlenswerten Anantara Riverside Resort (chiang-mai.anantara.de.com).

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