Asien, Reiseberichte
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Mit der AIDAvita von Singapur nach Hongkong (Teil 1)

Abschied von Singapur

Die AIDAvita pflügt durch das südchinesische Meer. Singapur liegt hinter uns, wir werfen noch schnell einen letzten Blick auf die Hochhauskulisse mit dem Marina Bay Sands Hotel im Vordergrund.

Wir sind schon ein wenig traurig, Abschied von dieser aufregenden und abwechslungsreichen asiatischen Metropole mit dem Charme der Mischung vieler Kulturen und der eindrucksvollen Geschichte nehmen zu müssen. Aber vor uns liegen weitere interessante Ziele in Asien. Unser nächster Hafen ist Muara im Sultanat Brunei.

Wir fühlen uns sofort pudelwohl auf der AIDAvita, schließlich sind wir schon viele Male mit Schiffen der AIDA-Flotte durch die Weltmeere gekreuzt. Das haben mittlerweile mehr als eine Millionen Reisende mit uns erlebt. Das Publikum ist bunt gemischt, ganz wenige Kinder und viele Alte – junge Alte und alte Alte, die meisten noch ohne Rollator. Alle machen einen munteren Eindruck und sind viel gereist. Die AIDAvita kommt soeben aus Australien und viele Gäste sind bereits an Bord, als wir in Singapur zusteigen. So können wir angeregte Gespräche führen und unsere Reiseerfahrungen austauschen.

Blick auf das Marina Bay Sands Hotel

Das Wetter ist tropisch perfekt, ein Sonne-Wolken-Mix, Luft- und Wassertemperatur immer so um die 30° C. Der Wind bläst recht kräftig, aber die AIDAvita kreuzt ruhig durch das südchinesische Meer. Wenn nicht brummende Motorengeräusche in unsere Kabine auf Deck 5 dringen würden, könnten wir noch besser schlafen.

Auf dem Sonnendeck der AIDAvita

Muara

Unser nächster Hafen Muara liegt im Nordosten des Sultanats Brunei auf einer Halbinsel am südchinesischen Meer. Das Sultanat Brunei im Norden Borneos und wird von Malaysia umschlossen. Die Hauptstadt Bruneis – Bandar Seri Begawan – lieg 23 Kilometer von unserem Hafen Muara entfernt.  Aufgrund der Erdöl- und Erdgasvorkommen gehört Brunei zu den wohlhabendsten Ländern der Welt, erst kürzlich wurden weitere Erdölquellen mit einer Reichweite von mindestens 50 Jahren entdeckt. So ist es kein Wunder, dass der Sultan Sultan Hassanal Bolkiah zu den reichsten Männern der Welt gehört.

Wir wollen Muara und Umgebung mit dem Taxi erkunden, aber das klappt nicht – am Hafenausgang stehen keine Taxis. Da erfahren wir, dass in ganz Brunei nur 60.000 Taxis registriert und davon nur 30.000 im Einsatz sind. Da können wir bis zum Morgengrauen warten! So müssen wir zu Fuß losziehen, wissen aber nicht so richtig, in welche Richtung wir laufen sollen. Wir haben überhaupt keine Idee, was uns in diesem streng muslimischen Mini-Staat erwartet. Lesbare bzw. für uns verständliche Wegweiser finden wir nicht. Wir marschieren einfach los in die Richtung, wo wir in der Ferne ein paar Häuser sehen. Die Hitze macht uns zu schaffen, es ist schwül-warm, wir sind sofort klatschnass. Einen Bürgersteig finden wir nicht, so laufen wir entlang der Straße und springen bei entgegenkommenden Autos auf das Straßenbegleitgrün. Ab und zu krabbelt eine Ameise in meine Schuhe, aber nicht alle haben sofort gebissen.

Einkaufszentrum in Muara

Nach einem 30minütigen Fußmarsch erreichen wir ein „Einkaufszentrum“,  eher eine Ansammlung kleiner Geschäfte. Nur ist heute Freitag, also für die Moslems „Sonntag“ und von daher fast alle Geschäfte geschlossen. Heidi kauft gerne ein und verschwindet ein einem Geschäft, einer Mischung aus Baumarkt und Lebensmittelladen. Mehrere Male versuche ich vergebens, sie aus aus diesem Plastikwaren-Rummelplatz fortzulocken. Mit ein paar Einkaufstaschen und anderen Plastikerrungenschaften für insgesamt nicht mehr 5 € ziehen wir weiter und wandern denselben weg zur AIDAvita zurück. Heidi tritt auf ein Regengitter, das unter ihrem Gewicht zusammenbricht. Sie meint, der Sultan mit seinen 1.800 Zimmern in seinem Palast und seiner Fahrzeugflotte von 7.000 Fahrzeugen sollte ein paar Milliarden seiner Petrodollar für die Verbesserung der Infrastruktur spendieren.

Heidi beim Einkauf

Um in der kurzen Zeit in Brunei noch möglichst viel zu sehen, haben wir eine Rundfahrt durch die nächtliche Hauptstadt Bandar Seri Begawan gebucht. Wir bekommen einen Eindruck vom Reichtum dieser Stadt, sehen aber auch ein Wasserdorf mit seinen Pfahlbauten im Brunei River mit eher bescheidenem Luxus. 30.000 Menschen leben hier in einer eigenen Welt, auch wenn mittlerweile die Ver- und Entsorgungssysteme eingebaut wurden.

Blick auf das Pfahldorf Kampong Ayer im Brunei River

Die bedeutendste Sehenswürdigkeit in Bandar Seri Begawan ist die Sultan-Omar-Ali-Saiffuddin-Moschee, eindrucksvoll mit dem weißen Marmor und den Blattgold-Verzierungen, die herrlich in der Abendsonne leuchten. Für eine Hochzeitsfoto müssen wir mit auf das Bild und unterhalten uns mit der Hochzeitsgesellschaft. Den Palast des Sultans dürfen wir nicht besichtigen, auch nicht von außen. Wir hätten schon gerne gesehen, wie so ein Sultan in einem Palast mit 1.800 Zimmern und 200.000 qm Wohnfläche lebt. Aber zumindest können wir beim Vorbeifahren einen flüchtigen Blick auf den größten Palast der Welt erhaschen.

Sultan-Omar-Ali-Saiffuddin Moschee

 

 

Eingang zur Moschee

Hochzeitsgesellschaft vor der Moschee

Ein besonders Erlebnis ist für uns der Besuch des Gadong Night Market, der bis spät in die Nacht vielfältige kulinarische Erlebnisse bietet. Überall dampft und brodelt es, das Angebot an Leckereien ist unglaublich groß. Auch wir können und wollen den Verlockungen nicht widerstehen und schlagen nach intensiven Beratungen zu – Heidi wählt einen gebratenen Fisch mit einer undefinierbaren scharfen Sauce und ich einen gebackenen Hähnchenschenkel – zumindest sah er so aus – mit Honigsauce – und alles zusammen für umgerechnet 4 €. Wir lassen uns Fisch und Fleisch mundgerecht zerteilen und setzen uns zu den Einheimischen an einen der vielen Tische. Alle sind sehr freundlich zu uns und winken beim Abschied, nur viel verstehen können wir leider nicht. Das Essen ist sehr schmackhaft und kräftig gewürzt, wir hätten nur zu gerne ein Bier oder ein Glas Wein dazu getrunken, aber in dem streng muslimischen Staat wird leider kein Alkohol ausgeschenkt. Umso besser schmeckt dann das frisch gezapfte Pils auf der AIDAvita nach unserer Rückkehr am späten Abend.

 

 

 

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