Afrika, Reiseberichte
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Motswiri Safari Lodge

Der mächtige Löwe mit der eindrucksvollen Mähne liegt träge vor der toten Giraffe. Wir sind mit Patrick, unserem Guide, unterwegs im Madikwe Game Reserve, einem riesigen Nationalpark, in dem die Motswiri Safari Lodge liegt. Wir fahren langsam mit dem offenen Jeep auf den Löwen zu.

Plötzlich erhebt er sich und schreitet majestätisch direkt auf uns zu. Ich kann den Anblick nicht richtig genießen. Ich muss gestehen, mir geht die Muffe. Wir sitzen völlig ungeschützt in dem völlig offenen Geländewagen, keine schützende Wand trennt uns. Aber Patrick ist die Ruhe selbst. Er glaubt, dass der Löwe die tote Giraffe als seine Beute bewacht, damit sein Rudel sich später an den Fleischtöpfen laben kann. Und tatsächlich, als der Löwe merkt, dass wir ihm seine Beute nicht abspenstig machen wollen, legt er sich wieder hin und wir können die Szenerie weiter entspannt beobachten.

So kommt der Löwe auf uns zu

Motswiri Safari Lodge

Die Motswiri Safaria Lodge liegt in der Nord-West Provinz  von Südafrika im 75.000 Hektar riesigen Madikwe Game Reserve mitten im Busch. Sie ist eine exklusive Anlage mit nur 5 Busch-Villen, in einer davon direkt am Wasserloch wohnen wir mit traumhaftem Blick auf das Wasserloch und herrlicher Aussicht auf den afrikanischen Busch. Wir werden verwöhnt von einem ausgesprochen netten und engagierten Team.

Bar in der Motswiri Lodge

Eingangsbereich Motswiri Safari Lodge

Unsere Terrasse

Auf Safari

Morgens um 4.15 Uhr – in Worten: vieruhrfünfzehn – klingeln und summen unsere Handy-Wecker, die Nacht ist schon vorbei. Schnell noch einen frischen Kaffee im Haupthaus schlürfen, dann klettern wir in den Safari-Wagen und los geht es zur Morgen-Pirsch. Es ist noch dunkel und kalt. Patrick hat immer gute Laune und sieht mit treffsicherem Blick jedes große und kleine Tier am Rande unserer Pisten. Wenn er ein Nashorn oder einen Elefanten erspäht, brettert er auch abseits der Wege durch das Gelände. Der Himmel färbt sich erst dunkelrot, dann wird er heller und schnell geht die Sonne auf. Ein herrliches Gefühl, am frühen Morgen in der klaren, noch frischen Luft die vielfältige und reiche Tierwelt im afrikanischen Busch zu beobachten.

Elefant beim Fressen

Nashorn mit Schlamm

Büffel in einer großen Herde

Giraffe am Wegesrand

Heidi füttert eine Giraffe – Optische Täuschung

Am Wasserloch

Jeden Nachmittag starten wir zur zweiten Safari des Tages, 3 – 4 Stunden sind wir unterwegs. Das Madikwe Game Reserve ist so riesig, dass wir immer wieder neue Ecken mit unterschiedlichen Vegetationen durchkreuzen. Am spannendsten ist das Geschehen an einem der großen Wasserlöcher, auch wenn auf den ersten Blick nicht viel oder manchmal gar nichts zu sehen ist. Patrick fährt den Jeep an den Tümpel und stellt den Motor ab. Wir warten, nichts geschieht. Patrick ermahnt uns zur Geduld, schließlich sind wir nicht im Zoo, sonder in der freien und wilden Natur. Und dann tatsächlich – es wird lebendig.

Zebras am Wasserloch

Zuerst trabt eine Herde Zebras an und die Zebras trinken in Reihe und Glied Wasser. Plötzlich schrecken sie auf und laufen davon, kommen aber kurze Zeit später wieder zurück. So geht es mehrere Male weiter, Unruhe liegt in der Luft. Dann sehen wir auch die Ursache – eine Hyäne streift durch das Revier. Sie scheint auf der Suche nach ihrem Abendessen zu sein. Plötzlich ein Knistern und Krachen im Busch: Ein Elefant schreitet majestätisch zum Wasserloch. Erst trinkt er ein paar Liter Wasser, dann wälzt er sich im Schlamm mehrere Male hin und her. Gemächlich zieht er schließlich davon. Schon wartet der nächste Kandidat auf einen Logenplatz am Wasserloch. Ein stattliches Warzenschwein, ein Eber  mit gewaltigen Hauern, eilt auf das Wasser zu. Er will nicht trinken, nur im Schlamm rumwühlen. Das scheint ihm mächtig zu gefallen, bis dann Mama Warzenschwein auftaucht. Sie ist sehr ängstlich, vielleicht gefällt ihr unsere Anwesenheit nicht. Wir wollen ohnehin weiter – Löwen, Elefanten, Nashörner, Giraffen und andere wilde Tiere entdecken.

Elefant nach dem Schlammbad

Warzenschein beim Trinken

Einer der Höhepunkte der Nachmittags-Safari ist zweifelsfrei der Sundowner. Patrick sucht kurz vor Sonnenuntergang ein lauschiges Plätzchen, stellt den Jeep ab und baut vor dem Kühlergrill ein kleines Büffet auf. Wir genießen inmitten der herrlichen Natur ein Glas Sauvignon Blanc und ein paar Snacks mit Trockenfleisch und hausgemachten Pasteten. Gelegentlich schaue ich doch nach hinten, vor ein paar Minuten haben wir noch 2 schlafende Löwen beobachtet. Vielleicht sind sie zwischenzeitlich aufgewacht und suchen frische Beute.

Abendstimmung

Vorbereitung des „Sundowners“

Die Sonne ist untergegangen, wir genießen die herrliche Abendstimmung. Schnell wird es dunkel, Patrick brettert durch die dunkle Nacht. Mit geübtem Blick und einem Suchscheinwerfer in der Hand entgeht ihm kein Tier am Wegesrand, noch nicht einmal das nur 2 cm große Chamäleon in einem Busch. Vor unserer Lodge wartet das Empfangskommittee mit einem warmen Tuch und einem Drink auf uns. Wir müssen uns sputen, in 20 Minuten wird auf der großen Terrasse das Abendessen serviert. Die Zeit reicht so eben für eine optische Reinigung, dann lassen wir uns mit einem exquisiten 3-Gang-Menu verwöhnen. Ein langer, erlebnisreicher und unvergesslicher Tag im afrikanischen Busch geht zu Ende.

Weitere Informationen über die Motswiri Safari Lodge unter http://www.motswiri.com.

3 Kommentare

  1. Renate Möller sagt

    Das hört sich aufregend und phantastisch an, bin sehr gespannt auf deine weiteren Berichte!

  2. Nelly und Kaspar sagt

    Atemberaubende Bilder und spannende Texte. Wann dürfen wir mit nach Afrika mit euch???

  3. Monika Kriz sagt

    Es ist einfach grandios. Ich habe das Gefühle, dass ich mit im Jeep sitze. Es ist unglaublich, welche Vielfalt ihr an Tieren an einem Tag gesehen und erlebt habt. ich beneide euch und wäre jetzt gerne bei euch, nicht nur wegen des Wetters, sondern hauptsächlich die Tiere mal so hautnah zu erleben.
    ich wünsche euch auch weiterhin viel Glück und Freude und genießt die schöne Zeit, sie vergeht schneller als man denkt. 1 Woche ist schon um.
    Liebe Grüße>Moni

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