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Havanna – lebendige Kolonialstadt unter Palmen

Sozialismus unter Palmen, Zigarren und Rum, Fidel Castro und Che Guevara, amerikanische Oldtimer und spanische Kolonialbauten, Merenge-Tanz und Salza-Musik, karibische Freundlichkeit und bürokratischer Schlendrian – das sind unsere Erwartungen, als wir auf dem Flughafen Havannas landen. Die Einreiseformalitäten sind schnell und komplikationslos erledigt. Die Bretterverschläge und die strengen Mienen der Passkontrolleure lassen Erinnerungen an die Einreise in die ehemalige DDR aufkommen. Dafür ist der Taxifahrer locker, er bietet uns Zigaretten an und dreht das Radio auf volle Lautstärke. Dass wir von seinen lebhaften Ausführungen nicht viel verstehen, liegt nicht nur an unserer Müdigkeit und den spärlichen Spanischkenntnissen, sondern sicherlich auch an der Lautstärke der kubanischen Radiomusik.

Ankunft in Havanna

Wir sind überrascht, es ist empfindlich kühl bei unserer Ankunft, wir müssen eine Jacke anziehen. Mit tropischen Temperaturen haben wir gerechnet, hier ist es allenfalls 20° C warm, aber für die Erkundung Havannas zu Fuß absolut okay. Später erfahren wir, dass die Kinder schulfrei haben, weil sie die Kälte von 17 ° C in der Schule nicht vertragen. Heizungen gibt es auf Kuba nicht, auch unser Hotel hat keine Zentralheizung.

Das ist die erste Überraschung, die zweite folgt sogleich. Im Hotel Inglaterra, einem traditionsreichen Jugendstilhotel in zentraler Lage, ist für uns ein Zimmer reserviert. Zumindest hatten wir uns das gedacht. Unser Name steht auf keiner Liste, auch nicht falsch geschrieben, Visser auf mit “F“ statt mit “V“, das kommt häufiger vor. Wir lesen die Gästeliste rauf und runter. Wir sprechen Deutsch, Englisch und Spanisch mit vielen Damen und Herren der Rezeption und des Managements, aber dadurch wird immer noch kein Zimmer frei. Schließlich werden wir verwiesen an das auf der anderen Seite des Parks gelegene Hotel Plaza. So ziehen wir mit unserem Gepäck los und versuchen unser Glück ein Stückchen weiter.

Und tatsächlich – hier ist ein Zimmer für uns reserviert. Das Hotel, eines der ältesten Hotels Havannas, sieht von außen einladend aus. Die Lobby ist imposant, unser Zimmer aber so vergammelt, dass wir uns ein neues geben lassen, dessen Zustand aber auch nicht viel besser ist. Hier gilt in perfekter Weise der alte Spruch “Außen hui, innen pfui”. Die Lage fast im Zentrum ist super, das ist bei Stadtbesichtigungen für uns viel wert.

Altstadt

Wir ziehen sofort los und lassen den morbiden Charme der alten Kolonialstadt Havanna auf uns wirken. Kubas Hauptstadt ist mit rund 2,1 Millionen Einwohnern eine der größten Metropolen der Karibik. Die Atmosphäre ist einzigartig, wir sind begeistert von der architektonischen Vielseitigkeit und der Quirligkeit der Bevölkerung, die uns sofort in den Bann zieht. Die ganze Altstadt wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, das Ensemble der vielen Kolonialbauten ist einzigartig auf der Welt. 

Alte und farbenfrohe amerikanische Straßenkreuzer, schrottreife und überfüllte Busse, alte Taxis, knatternde Mopeds und viele Fahrräder beherrschen das Straßenbild. Die alten Gebäude mit den vielen Arkaden, den schönen Innenhöfen und den großzügigen Plätzen wurden im Zentrum aufwendig restauriert und saniert. Wir fühlen uns zwischen den prachtvollen Bauten aus vergangenen, glorreichen Zeiten wie in einem großen Freilichtmuseum und bewundern die vielen farbenfrohen Bauten aus der Kolonialzeit und die weitläufigen Plätze. Hier spüren wir Geschichte unmittelbar und lebendig. Wir wollen keine Sehenswürdigkeiten abhaken, aber doch viel sehen, wir lassen uns treiben. Das architektonische Stadtbild mit den verschiedenen Architekturstilen aus 5 Jahrhunderten ist einmalig. Mit der malerischen und pittoresken Kolonialarchitektur gehört Havanna sicherlich zu den schönsten Städten der Welt, ein Paradies für Fotografen!

Die ganze Geschichte lesen Sie in meinem Buch!

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