Asien, Reiseberichte
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Singapur – die neuen Highlights

Wir sind wieder in Singapur, dem kleinsten Staat Asiens, einer Megacity mit 4 Millionen Einwohnern – ein futuristisch-moderner Stadtstaat, in dem gleichzeitig auch die Zeugnisse der Vergangenheit sichtbar sind. Hier herrschen noch Zucht und Ordnung. Papier auf die Straße werfen kostet 500 € und Kaugummi gibt es nur in der Apotheke auf Rezept. Alles sieht sauber aus, wir fühlen uns hier Tag und Nacht sicher und verstehen sofort, warum Singapur gerne als „Asien für Anfänger“ bezeichnet wird.  Das multikulturelle Singapur ist immer wieder eine Reise wert, eigentlich zu schade nur für ein Stopover. Jedesmal sind wir überrascht, wie sich die Stadt weiterentwickelt und die Zukunft gestaltet nach dem Motto „Zukunft hat, wer Zukunft macht.“

Die Dichte der Sehenswürdigkeiten in Singapur ist außergewöhnlich hoch, viele Besucher schätzen Singapur vor allem als Einkaufsparadies mit der bekannten Orchard Road und den vielen Shopping-Malls. Beim Bummeln durch Little India, Chinatown oder die Arab Street kann man in kurzer Zeit erste Einblicke in die vielfältige und bunte Welt Asiens gewinnen, in kleinen Läden stöbern und exotische Köstlichkeiten testen. Das Kolonialviertel mit dem Supreme Court, das geschichtsträchtige Raffles Hotel, der Botanischen Garten und vor allem der Singapur Zoo mit seiner Nacht-Safari gehören zweifelsohne zu den bekanntesten und beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Singapur.

Das ist die eine, die bekannte, die klassische Seite Singapurs. Noch spannender, noch aufregender, noch zukunftsträchtiger sind die neuen Highlights, die Singapur endgültig in die Moderne katapultieren. Hier unsere drei Favoriten:

1. Gardens by the Bay

Gardens by the Bay mit Super Tree (Singapur)

Gardens by the Bay mit Super Tree

Das hat die Welt noch nicht gesehen! Wir glauben zu träumen, als wir uns der Parklandschaft Gardens by the Bay nähern. Wir stehen vor  gigantischen Bäumen aus Beton und Stahl, die gewaltig in den Himmel ragen – ein völlig surreales Bild. Die Supertrees wachsen in die Höhe, eine geniale Idee, um den Grenzen der Flächenressourcen zu trotzen. Zwischen 25 und 50 m hoch wachsen die Pflanzen wie Farne und Orchideen in einem vertikalen Garten in die Höhe. Ausgestattet mit Photovoltaikzellen und raffinierten Bewässerungssystemen sind sie wahre Meisterwerke der modernen Ingenieurkunst. Der Blick von unten nach oben ist faszinierend, genauso wie der Spaziergang auf dem Skywalk zwischen zwei Supertrees in luftiger Höhe mit der Gesamtsicht auf den futuristischen Park und die moderne Skyline von Singapur.

Aber damit nicht genug, mit kühnen Visionen und viel Geld wurden in den Gardens by the Bay zwei weitere Highlights geschaffen – künstliche Landschaften unter gewaltigen Glaskuppeln. Für den Flower Dome mit verschiedenen Gartenlandschaften gemäßigter Klimazonen, das größte Glasgewächshaus der Welt, haben wir keine Zeit, wir steuern sofort auf den Cloud Forest mit feucht-kühlen Berglandschaften der Tropen zu. Mit dem Fahrstuhl lassen wir uns auf den Gipfel bringen und wandern auf den so genannten Air-Walks abwärts rund um den Berg, immer mit neuen, spektakulären Blicken auf die üppige Vegetation. Wenn wir vor dem 35 m hohen Wasserfall stehen und die Nebelschwaden über uns hinweg ziehen, vergessen wir für einen Moment, dass wir in der Megacity Singapur sind und saugen die kalte, frische Luft in uns ein. Allein der imposante Wasserfall ist schon sein Eintrittsgeld wert.

Cloud Forest Dome - Singapur

Cloud Forest Dome bei Nacht

Nach Sonnenuntergang verwandelt sich der Park in eine riesige Märchenkulisse. Die kräftigen Farben wechseln ständig, fast schon kitschig, aber atemberaubend schön und unvergesslich. Das Einzige, das wir vergessen, ist die Zeit – aus dem geplanten Kurzbesuch der Gardens by the Bay werden ein mehrstündiger Aufenthalt bis weit in den Abend hinein.

Gardens by the Bay - SuperTree Grove in Singapur

Supertrees bei Nacht

2. Faszinierende Welt der Ozeane im S.E.A. Aquarium

Quallen schweben  mit ihren langen Tentakeln wie schwerelos durch das Wasser, das dunkelblaue Licht schafft eine gespenstische Atmosphäre. Bei Quallen denken wir eher an glitschige und eklige Störenfriede im Meer, hier sind wir  fasziniert von der Anmut und Schönheit der Meeresbewohner. Ein paar Meter weiter begeistern uns die filigranen Fetzenfische, die gar nicht wie Fische aussehen, sondern eher wie  Seepferdchen mit kleinen Ästen und Blättern am ganzen Körper. Kopf an Kopf mit einer Muräne, Auge in Auge mit einem Zackenbarsch – das alles und noch viel mehr erleben wir unmittelbar. Da könnten wir länger verweilen und zuschauen, es gibt unendlich viel zu sehen – vor allem das riesige Ozeanbecken mit seinen 200 Haien und den gewaltigen Mantarochen wartet noch auf uns.

Auge in Auge - Singapur Aquarium

Auge in Auge

Muräne auf der Lauer - Singapur Aquarium

Muräne auf der Lauer

4 Haie von 200 im Singapur Aquarium

4 Haie von 200

Wir sind im weltgrößten Aquarium angekommen. 100.000 Meeresbewohner ziehen hier in der spektakulär schönen Unterwasserwelt ihre Bahnen. Allein der Blick in das riesengroße Ozeanbecken und die „Fahrt“ auf dem Laufband in dem 83 m langen Unterwassertunnel lohnen den Besuch. Wir fühlen uns weniger als Zuschauer, sondern sind irgendwie mittendrin, die unterschiedlichen Lichteffekte und Musikuntermalungen schaffen eine unglaublich beeindruckende Atmosphäre.

Das S.E.A. Aquarium liegt auf Sentosa Island, der Freizeitinsel vor den Toren Singapurs. Mittlerweile ist die Insel ein einzigartiges Freizeitzentrum mit künstlichen Stränden, Ferienresorts, modernen Hotels, Universal Studios und vielen anderen Freizeiteinrichtungen und touristischen Attraktionen.

Muss man bei den vielen TOP-Sehenswürdigkeiten Singapurs wirklich ins Aquarium gehen? Ja, man muss.

3. Erlebniswelt Marina Bay

Singapur - Blick auf Marina Bay

Blick auf Marina Bay

Marina Bay – hier trifft die Gegenwart die Zukunft. Wo wir jetzt stehen, war früher nur Wasser, nichts als Wasser. Mit visionären Weitblick, gewaltigen Landaufschüttungen, riesigen Baumaßnahmen und vor allem mit vielen Singapur-Dollars wurde mit der Marina Bay ein neuer Stadtteil geschaffen, der einzigartig ist. Hier kann man wohnen, arbeiten und vielfältige Unterhaltungsmöglichkeiten von Weltklasseformat nutzen. Wir sind nicht zum Arbeiten hier, auch wenn der Gedanke schon reizvoll ist, in einem der vielen Büros des Central Business Districts zu sitzen und die traumhafte Aussicht auf die Marina Bay zu genießen. Hier in diesem topmodernen Stadtbezirk zu wohnen, können wir uns schon eher vorstellen, fürchten aber, bei den Mieten die Grenzen unserer finanziellen Leistungsfähigkeit deutlich zu übersteigen.

Für eine Nacht quartieren wir uns im Marina Bay Sands Hotel ein, einem Luxushotel der Extraklasse, wirklich einmalig genial. Schon der Anblick ist überwältigend:  Auf drei Hoteltürmen  in 200 m Höhe wurde eine riesige Freizeitzone – der Sands Skypark –  mit Promenade, einem riesigen Schwimmbad und anderen Freizeitattraktionen errichtet. Wir haben schon viele schöne und extravagante Hotels gesehen, aber das Marina Bay Sands stellt alle in den Schatten. Im Pool oder auf eine der vielen Liegen zu relaxen und auf die Skyline Singapurs zu schauen, ist ein irres Gefühl, das sich noch verstärkt, wenn die Sonne untergeht und die Hochhäuser im künstlichen Lichtermeer erstrahlen. Da schmeissen wir unsere Pläne über den Haufen und bleiben auch in den Abendstunden in dieser einmaligen und extravaganten Umgebung über den Dächern Singapurs.

skypark Marina Bay Sands Hotel

Skypark Marina Bay Sands

Im hypermodernen Stadtteil Marina Bay Sands reiht sich eine Sehenswürdigkeit an die andere, ein Highlight übertrumpft das nächste. Singapur ist stolz auf das neue Casino, mit 600 Spieltischen rund 1500 Einarmigen Banditen eines der größten in Asien. Wir gehen nicht rein, uns die Zeit zu schade, das Geld natürlich auch. Uns freut, dass die Einheimischen 100 $ Eintritt bezahlen müssen, während die ausländischen Besucher freien Eintritt haben. Konzertsäle  und Theater , das ArtScience Museum und selbst die Helix-Brücke sind futuristische Bauwerke, die schon beim Blick von außen Begeisterung hervorrufen. Die 3,5 km lange Promenade rund um die Bay lädt zum entspannten Bummeln ein, herrlich am Abend in der bunten Kulisse bei angenehmen Temperaturen.

Singapur - Marina Bay am Abend

Marina Bay am Abend

Schade für Singapur, ein Superlativ ist verschwunden. Bis vor kurzem war der Singapore Flyer mit 165 m das zweithöchste Riesenrad der Welt, jetzt musste der Singapore Flyer seinen Rekord an den High Roller in Las Vegas abgeben. Keine Sorge, der Singapore Flyer mit der tollen Aussicht auf die Marina Bay, die Stadt Singapur und den Blick bis nach Malaysia und Indonesien bleibt natürlich unverändert bestehen, nur der Rekord ist weg, wenn auch nur um 2,70 m. Aber ich bin sicher, der nächste Superlativ der Singapurer lässt nicht lange auf sich warten!

Singapore Flyer

Singapore Flyer

Natürlich – das muss der Vollständigkeit halber erwähnt werden – ist in den Einkaufstempeln an der Marina Bay das Shoppen in Perfektion möglich. In den Marmorpalästen sind alle Luxusmarken der Welt vertreten, Edel-Shopping scheint bei der zahlungskräftigen asiatischen Kundschaft Volkssport zu sein. Auf jeden Fall fühlen wir uns in diesem natürlich voll klimatisierten, architektonisch gelungenem Einkaufszentrum wohl, wenn draußen die Sonne knallt und die tropische Schwüle schwer erträglich wird.

Singapur - Marina Bay Sands mit Hotel

Marina Bay Sands mit Hotel

Boomtown Singapur, ein Reiseziel 1. Klasse – für ein Stopover zwischen 2 Flügen eigentlich viel zu schade.

Informationen über Singapur u.a. unter www.yoursingapore.com oder www.singapur-guide.de, über die Gardens by the Bay unter www.gardensbythebay.com.sg und das Aquarium auf Sentosa Island unter www.rwsentosa.com/SEAAquarium. Gewohnt haben wir im Marina Bay Sands Hotel (www.marinabaysands.com). Weitere Infos über das Leben im Hotel siehe auch meinen Reisebericht über das Marina Bay Sands Hotel  „Im Pool über den Dächern Singapurs“.

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